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Wieninger, Manfred

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Geboren wurde Manfred Wieninger 1963 in St. Pölten, studiert hat er in Wien.

Aber der Schöpfer des Diskontdetektivs Marek Miert lebt seit Jahren bereits wieder in St. Pölten.

Dort schreibt er seine Kriminalromane – zuletzt Prinzessin Rauschkind (2010), zum Marek-Miert- Zyklus zählend – seine Feuilletons und seine Reportagen u.a. für "FAZ", "Wiener Zeitung", "Literatur und Kritik".

Wieninger ist vor allem, aber nicht ausschließlich durch sein literarisches Schaffen zu einem sozialkritischen Gewissen Niederösterreichs geworden. Seine Literatur ist spannend und vielfältig, sie leuchtet kritisch Tiefen und Untiefen von Österreichs Gesellschaft aus, doch »privat bin ich ganz schön langweilig, ziehe Gemüse und Himbeeren, hocke in meiner Bibliothek herum oder trinke Samos in einem geschmacklos dekorierten, griechischen Lokal, das von Albanern geführt wird«, so Wieninger über sich.

pfeil Website


Preise
* Zweiter Platz beim Alfred Gesswein Literaturpreis

Publikation in der Edition moKKa

* Das Dunkle und das Kalte. Reportagen aus den Tiefen Niederösterreichs, 2011
Aus der Reihe: Austria as it is – Österreich wie es ist, Bd. 2

THEODOR KRAMER PREIS FÜR SCHREIBEN IM WIDERSTAND UND EXIL 2013
an Manfred Wieninger

Manfred Wieningers Schreiben ist, ob nun in seinen Kriminalromanen, Aufsätzen zur Zeitgeschichte, seiner dokumentarischen Prosa, dem Aufdecken des Verdrängten verpflichtet.

Dieses Wiedergewinnen des Gedächtnisses führt er uns nicht als traurige Pflicht vor, sondern als dramatische Bereicherung des durch dumpfe Ahnungslosigkeit reduzierten Lebens.

Wieninger stellt stets eine spannungsreiche Beziehung zwischen der unter der Oberfläche gärenden Vergangenheit und den heutigen Problemen her, auch dadurch, dass er sich einer präzisen und zugleich bilderreichen Sprache als Repräsentantin lebendiger Gegenwart bedient.

Wieninger konzentriert sich auf ein umschriebenes geographisches Umfeld: das Bundesland Niederösterreich und seine Hauptstadt St. Pölten.

Es geht ihm nicht um die umfassende Geste, sondern um das Exemplarische, das sich der genauen Nachforschung und der ehrlichen Arbeit des Erinnerns darbietet.

Web: www.theodorkramer.at


Publikationen

*   Marek Miert-Reihe:
o (1999) Der dreizehnte Mann
o (2001) Falsches Spiel mit Marek Miert
o (2005) Der Engel der letzten Stunde
o (2008) Kalte Monde
o (2008) Rostige Flügel

o (2010) Prinzessin Rauschkind

Wieninger über Wieninger:

Meine Zangengeburt im Juli 1963 habe ich nur mit Müh und Not überlebt. Mit viereinhalb Kilo wurde ich in eine drückend heiße, eher unbedeutende Stadt im Osten Österreichs geboren. Die Krise im noch heißeren Kuba in diesem Jahr hat mich nur wenig interessiert. In der Schule war ich bis 14 ein strebsamer Musterschüler. Danach habe ich meine Zeit praktisch nur mehr mit Fußballspielen - als harter, aber unfairer Verteidiger - verbracht, die Matura in einem neusprachlichen Gymnasium ist mir irgendwie so nebenher gelungen.
Einige Zeit habe ich dann mangels besserer Ideen lustlos Medizin in Wien studiert und mich gelegentlich für Gottfried Benn gehalten. Der Ernst des Lebens verschaffte mir schließlich absolute Top-Positionen als Kaminleger, Verschubarbeiter, Reiseleiter, Lokal- und Sportjournalist usw. Mit 30 habe ich noch ein Studium der Deutschen Philologie begonnen, das ich 1998 überraschenderweise mit ausgezeichnetem Erfolg abschließend konnte.
Im Jahr darauf ist mein erster Marek-Miert-Krimi mit dem Titel "Der dreizehnte Mann" erschienen. Privat bin ich ganz schön langweilig, ziehe Gemüse und Himbeeren, hocke in meiner Bibliothek herum oder trinke Samos in einem geschmacklos dekorierten, griechischem Lokal, das von Albanern geführt wird.
Meine Großmutter väterlicherseits kann heute noch überaus detailliert das Kleid beschreiben, das ihr die Mutter für den ersten Ball ihres Lebens nähte. Sie erinnert auch das Kleid der Schwester, die ebenfalls Elevin war beim Feuerwehrball im Dorf, das in den Karten als Eichberg verzeichnet ist, aber in Wirklichkeit Oaberch heißt. Der Stoff wurde für die Butter der einzigen Kuh eingetauscht. Als Erwachsene hat sich meine Großmutter Butter, die sie sich nun leisten konnte, mindestens fingerdick aufs Brot geschmiert.
In der dunklen, kalten Gegend, in der sie als eines von sieben Kindern eines Kleinhäuslers aufwuchs, war es für die Mehrheit der Bevölkerung durch Jahrhunderte nachgerade normal, aber deshalb nicht weniger drückend, daß man das Brot trocken essen, drei Jahreszeiten barfuß laufen und sich praktisch pausenlos um kostenlose Zusatzkost in Form von Beeren und Pilzen, Eicheln und Kräutern bemühen mußte, wenn man nicht verhungern wollte.
Kein Wunder, daß ich Schriftsteller geworden bin.