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Wiener Reportagen, Bd. 4
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Wiener Reportagen, Bd. 4

( Beppo Beyerl )
€ 10,50 (inkl. 10 % MwSt.)


Wiener Reportagen
Band 4: Nachbarn

von Beppo Beyerl

ISBN 978-3-902693-11-2
112 Seiten, broschiert
132 Abbildungen
€ 10,50

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Informationen zum Buch

Noch in der Zwischenkriegszeit war es in Wien üblich, in den Kaffeehäusern auch die tschechischen und die ungarischen Zeitungen zu lesen: Schließlich wollte man wissen, was die lieben Nachbarn so treiben.
Damals sprach man von einem magischen Dreieck Wien–Prag–Budapest, das schlussendlich dazu führte, dass die Fußballer, Schauspieler und Kabarettisten in ihrem jeweiligen Städten auf ihrem jeweiligen Metier zur europäischen Sonderklasse aufliefen.

Aber ab 1938 lag in Wien nur mehr der „Völkische Beobachter“ auf den Kaffeehaustischen, und die lieben Nachbarn gehörten auf einmal zur falschen Rasse, mit der man sicherheitshalber nichts mehr zu tun haben wollte.
Auch nach 1945 entstand in Europa ein System, in dem eine einschneidende Grenze dafür sorgte, dass man aus der Wiener Perspektive die Nachbarn von dort drüben langsam aber sicher aus den Augen verlor. Selbst zu den Grenzstädten wie Mikulov und Bratislava waren die Kontakte gekappt.

Nach 1989 sollte ein neues vereintes Europa entstehen. Aber mit neuen Bezügen zu den Bewohnern unserer Nachbarländer im Norden und im Osten scheint es bis heute nicht richtig klappen zu wollen.

Beppo Beyerl sucht in diesem Buch nach alten und neuen Partnern, nach Verbündeten und nach Rivalen jenseits unserer Grenzen. Und er findet so manche Bekannte, aber auch so manches Unbekanntes.

GEGENWARTSLITERATUR 2103, Helmuth Schönauer 09/01/14

"Wenn man ein so verzweigtes Kultur-System wie jenes der Stadt Wien beschreiben will, muss man hinaus ins Gelände, worin diese Kultur verankert ist.

Beppo Beyerl verlässt im vierten Band seiner Wiener Reportagen die Kernzone und fährt hinaus ins Umland. Als Eisenbahnhistoriker nimmt er vor allem Orte ins Visier, die an einer ehemals wichtigen Wiener Linie gelegen sind. So kommen die Grenzorte Mikulov und Bratislava sofort in den Fokus, weil hier Jahrhunderte alte Verbindungen politisch gekappt worden sind. So sind denn auch die Jahre nach Weltkriegen immer auch Messer, die ins sozio-kulturell zusammengewachsene Fleisch schneiden.

Erzähltechnisch geht Beppo Beyerl immer umsichtig vor, er steigt am Bahnhof des jeweiligen Ortes ab, weil dort die Wahrheit serviert wird. Meist sind die Bahnhofsbuden heruntergekommen und in die Randlage des Alltags gerückt. Von diesen Getränken und Gesprächen in der Bahnhofskneipe inspiriert geht es jeweils hinaus in die Stadt auf Erkundungen, die oft zu Gebäuden oder Mahnmalen führen, welche einen direkten Bezug zu Wien haben. Bei den bereits erwähnten Orten der gekappten Eisenbahn ist beispielsweise der Vater von Hugo Portisch Chefredakteur einer Pressburger Zeitung gewesen, aus Mikulov stammen die Bundespräsidenten Renner und Jonas.

Unter diesem Gesichtspunkt wird Znaim witzigerweise die Mutterstadt des späteren Landeshauptmanns Ludwig und des Toupet-Künstlers Peter Alexander. Znaim hat freilich nicht nur diese Söhne an die österreichische Welt verloren, sondern auch die Brauerei verkauft und die Weinschenke am Bahnhof ist auf immer verloren gegangen.

In Zlin gedenkt der Autor des gigantischen Schuhimperiums, das so gut wie die ganze Monarchie mit Original-Tretern in den Ersten Weltkrieg geführt hat. In Aussig wird der Benesch-Brücke gedacht, die von einem österreichischen Sozialdemokraten zu Zeiten der tschechischen Demokratie gebaut worden ist.

Diese Mahnmale der Vergangenheit kulminieren vielleicht im Gedenken an Theresienstadt, wo der Autor recht lapidar zusammenfasst, dass diese Festung nur bei der Eröffnung in ihrem geplanten Sinn gebraucht worden ist, Aus der Festung wurde alsbald ein Gefängnis, als solches haben es die Nazis als Propaganda-KZ mit brutalem Zynismus genutzt.

Am Bahnhof und beim Bier fließen natürlich die Gespräche wie von selbst. Der groteske Humor der Tschechen fällt oft mit einem Grinser über die österreichische Mentalität her. „Die Österreicher sind vielleicht die Denker“, heißt es höhnisch, „wir Tschechen aber die Techniker des Denkens.“

Beppo Beyerl verankert mit diesem Band über die unmittelbaren Nachbarn subtil das Konglomerat Wien in seiner historischen Umgebung und hält die Verbindungsstränge aufrecht, auch wenn die Eisenbahnlinien meist gekappt sind.
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